Montag, 11. März 2013

Schmerz verändert Menschen

Hi. Kennt ihr mich noch? Ich bins das ätzende, kleine Mädchen, das ihr Leben in vollen Zügen vor die Wand gefahren hat. Na wisst ihr noch? Ja, ich bin wieder da. Wahrscheinlich haben die meisten von euch gar nicht bemerkt das ich weg war. In meinem Kopf war nichts, was ich hätte schreiben können. Vollkommene Blockade. Es ist zu viel passiert. Nichts davon hätte passieren dürfen. Ich weiß nicht womit ich anfangen soll. Ich bin zum absuloluten Kontrollfreak geworden. Ich ertragen keinen Kontrollverlust. Ich schreibe in einem Heft auf was ich esse. Wiegen mich jeden Tag und schreibe alles genau auf. Hatte in den letzten Wochen immer wieder Fressattacken nach denen ich mich übergegen hab. Absichtlich. Danach war ich so sauer auf mich selber, dass ich mein Handgelenk aufgeschnitten habe. Das wird auch immer schlimmer. Ich brauche den Schmerz wenn ich wütend auf mich bin. Ich muss das Blut sehen. Ich muss mich bestrafen. Die Unruhe regel ich immer öfter mit Tabletten. So viele davon nehme ich an machen Tagen zu mir wenn die Nervosität zu stark wird. Habe nur noch nicht die Richtigen für mich gefunden. Kein Tablette hat bisher wirklich geholfen. Ich hab mich bei H. gemeldet. Dem Junkie. Weil ich keinen Ausweh mehr gesehen hab. Ich weiß nicht ob ich ihm trauen kann. Ich verändere mich. Nicht nur äußerlich. Ich lache über alles und jeden. Mein Schutzmechanismus in schwierigen Momenten. Er ist nun rund um die Uhr eingeschaltet. Ich weine nicht mehr. Nur noch selten. Und wenn dann nie vor Menschen. Ich würde mich ihnen nie mehr öffnen. Ich hab viel verloren. Es ist nicht so, dass ich vorher noch viel hatte, nein. Aber jetzt ist alles hin. Der letzte Mensch der mir noch was bedeutet hat. Mein bester Freund. Mein Seele. Mein Alles. Er hat mich aufgegeben. Er hat losgelassen. Er wäre die letzte Rettung gewesen. Er hat meine 'Mir ist alles scheiß egal'- Haltung nicht mehr ertragen. Er hat meinen Hilfeschrei nicht gehört. Er hat gesagt er lässt mich jetzt in Ruhe. Das tut er jetzt schon seit zwei Wochen. Kein Wort von ihm. Ich hab ihn verloren.
Ab heute werdet ihr zusehen können wie ich in den Abgrund stürze. Denn der letzte Faden ist nun gerissen. Und wisst ihr was? Das ist mir scheiß egal. Ich kann darüber nur noch lachen, weil es so erbärmlich ist. Er ist gegangen. Er hat nicht verstanden das dieser Schmerz mich verändert hat. Ich hab keine Stütze mehr. Niemand ist mehr da dem ich erzählen könnte, was in mir vorgeht wenn ich mir diese blauen Adern in meinem Handgelenk anstarre und Blut sehen will. Niemand ist da zu dem ich gehen könnte wenn die Stimmen zu laut werden. Niemand der mir sagt, dass er Angst hat mich allein zu lassen. Niemand der mich in den Arm nimmt und mir immer wieder ins Ohr flüstert, dass alles gut wird. Niemand der bleibt egal wie hart es mit mir ist. Ich hab Angst. Verdammte Angst. Weil ich keinen Grund mehr hab morgens aufzustehen. Und niemand ist da, der mich aufhalten würde.

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