Es tut mir Leid.
Es tut mir Leid, dass ich euch keine gute Freundin, Tochter, Schwester, Verwante oder Bekannte sein kann.
Es tut mir Leid, dass ich euch enttäusche und es tut mir Leid, dass es für euch so aussieht als würdet ihr mir alle scheißegal sein.
Ich versuche euren Vorstellungen doch gerecht zu werden.
Ihr müsst mir glauben. Ich gebe mein Bestes.
Warum ist euch das was ich tue denn nicht gut genug? Ich verstehe das nicht.
Was muss ich noch tun, damit ich endlich frei von euren Vorwürfen bin?
Ich schaff das nicht.
Warum könnt ihr denn nicht einmal dankbar sein?
Was seid ihr denn für Menschen?
Ich will doch nur ein einziges Mal ein 'Danke' hören. Einmal. Damit ich endlich weiß, dass es nicht völlig umsonst ist was ich hier mache.
Ist das denn zu viel verlangt?
Ein enfaches 'Dankeschön'?
Mehr will ich doch gar nicht. Ich tue alles was ihr wollt.
Ich verlasse nur widerwillg die Wohnung.
Mit Sonnnenbrille. Nur für den Fall, dass ich auf dem Weg zu den Mülltonnen jemandem begegnen sollte.
Nur für damit dieser Jemand meine roten, verheulen Augen nicht sehen kann.
Nur damit man mir nichts ansieht.
Schnell lasse ich die ganzen Kippen im Mülleimer verschwinden und drehe direkt wieder um.
Ich will zurück ins Haus. Zurück ins Bett.
Eigentlich will ich nur noch Schlafen.
Meine müden Augen ausruhen.
Wieso bin ich noch gleich heute morgen aufgestanden? Achja, um eure Erwartungen zu erfüllen.
Schnell schreibe ich noch meiner Mutter ein kurzes "Es tut mir Leid" und fange gleich wieder an zu heulen.
Gut, dass ich allein bin.
Ich war ihr wieder eine schlechte Tochter.
In der Hoffnung alles richtig gemacht zu haben, habe ich sie angerufen. Ihr erklärt was ich heute alles getan hab im Haushalt.
Jetzt wo sie nicht da ist übernehme ich so ziemlich alles. Und ich gebe mein Bestes.
Natürlich kamen nur Vorwürfe über Vorwürfe.
Dreht sie durch? Drehe ich durch?
Was ist los? Warum können wir uns nicht mehr normal unterhalten? Wie Mutter und Tochter. Was mache ich falsch?
Das ist alles zu viel.
Ich schaff das nicht. Ich geb doch mein Bestes.
Ich bin allein. Wieder.
Wie gern würde ich mich jetzt betrinken.
Wie gern würde ich jetzt alles betäuben.
Meine Ruhe finden.
Dem Gewitter später lauschen bis ich einschlafe.
Ich will nichts spüren. Denn alles was ich spüre bringt mich um.
Ich will nur meine Ruhe finden.
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