Mittwoch, 1. Mai 2013

It was my own blame

Ich sitze abwesend im Bus neben S. Starre in die andere Richtung. Weg von ihr. Weg von meinem Umfeld. Niemand sagt etwas. Ich fühle mich so widerlich und dreckig. So ekelig benutzt und billig. Spüre seine gierigen Hände noch jetzt auf meinem Körper brennen. Erinnere mich wie sie eben nicht genug von mir bekommen konnten. Wie er mich überall angefasst hat. Wie grob er mich festgehalten hat. Ich liege unter ihm. Vollkommen wehrlos. Sein ganzes Gewicht auf mir. Ich bewegungslos und eingeschüchtert unter ihm. Er hört nicht auf mich anzufassen. Er hört mir nicht zu. Er merkt meinen Widerstand nicht. Treibt gierig weiter sein Spiel mit mir.
Ich starre weiterhin aus dem Fenster. Bringe kein Wort raus. Keine Bewegung. Ich bin so dreckig. Will dieses Geschehen von mir herunter waschen. Jetzt sofort. Spüre etwas an meinem Bein. Blicke auf. Es war S. Freund. Er lächelt mich an. Ich sehe wieder weg. Bereue es danach sofort. "Was ist los mit dir?" Nein! Hört auf mir Fragen zu stellen. Lass mich einfach in Ruhe. Tut mir diesen einen Gefallen. Nur diesen. "Nichts, alles super" Ich verziehe den Mund zu einem kleinen Lächeln. Sehe ihn dabei nicht an. Immer wieder reden sie mit mir. Doch alles prallt einfach an mir ab. Der Bus hält. Wir müssen umsteigen. Ziehe auf dem Weg zum Zug nervös eine Zigarette weg. Schiebe meine Tränen zwischendurch auf den Qualm in meinen Augen. Sie glauben mir.
Fixiere im Zug einen Stift der auf dem Boden liegt. Angestrengt starre ich ihn einfach an. Blicke manchmal auf wenn jemand mit mir redet. Verstehe nicht was sie sagen. Zeige keine Reaktion. Fixiere wieder den Stift. Starre aus dem Fenster. Verfolge Menschen mit meinem Blick, die den Gang entlang laufen. Sehe sie nicht. Fixiere den Stift. Nehme ihn nicht wahr. Der Zug hält. Mehrmals. Ignoriere es. Will weg. Weit weg. Nicht hierher. Hier her genöre ich nicht. Will an einer anderen Station aussteigen. Umdrehen. In eine andere Richtung fahren. Geife zu dem Deckel des eingebauten Mülleimers. Nehme ihn hoch. Lass ihn wieder fallen. Erwarte einen Knall. Doch er gibt nur ein dumpfes Geräusch von sich. Wiederhole es nochmal. Wieder dieses dumpfe Geräusch. Nochmal. Diesmal fester. Kein Knall. Werde nervös und wütend zu gleich. Schlage ihn wieder zu. Und wieder und wieder. S. und ihr Freund schauen mich besorgt an. Ich lasse vom Deckel ab. Starre wieder aus dem Fenster. Ich bin so schmutzig. Ich fühle mich schlecht und dreckig. Ich ekel mich vor mir. Meiner Haut. Ich hasse mich.
Man ist plötzlich so nett zu mir. Sogar der Freund von S. Wieso? Ich bin doch das Miststück. So billig wie keine Andere. Wieso sind sie nett zu mir? Wieso sorgen sie sich um mich? Wieso haben sie ihn bei seinem Tun gestört? Wieso haben sie ihn nicht einfach machen lassen? Ich bin doch Schuld. Ich bin die Schlampe. Ihr habt Recht. Ich sollte gehen. Ich sollte wirklich einfach gehen.

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