Ich sitze hier. Mein Kopf dröhnt. Auf die positive Art. Ich hab die Gelegenheit genutzt. Mich betrunken. Ich möchte nicht mehr fühlen. Noch ein Gläschen. Gestern hat sich vieles geändert. Sie haben bemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Einiger meiner 'Freunde' und Mum. Ich muss das wieder in Ordnung bringen. Ich kann das nicht so stehen lassen. Das darf nicht sein. Es liegt an gestern. Ich bin schwach geworden. Ich hasse mich dafür. Ich hatte solche Angst davor und es ist passiert. "Er zerstört dich innerlich, Leni, ich merk das doch", "Du hättest hinter ihr stehen müssen, sie kann das alleine nicht mehr", "Leni, ich werde doch immer hinter dir stehen". Mit all diesen Worten redeten sie auf mich ein. Ich saß nur da auf dem Bett und kämpfte mit mir. Die Knie so nah wie möglich angezogen. Mein Kopf darauf. Der Blick zur Wand. Mein ganzer Körper stand unter einer unglaublichen Spannung. Ich drohte auseinander zu brechen. Alles in mir schrie nur: "Nicht weinen, fang jetzt nicht an zu weinen, lass es! Lächel Leni!". Doch sie sprachen weiter auf mich ein. Immer tiefer. Und immer weiter sackte meine Schutzhaltung in sich zusammen. Ich wimmere. Weil der Druck zu stark wird. Ich versuche noch mit zusammen zureißen. Doch sie haben schon längst aufgehört zureden. Ihre Blicke sind nun auf mich gerichtet. Ich spüre das. Und es macht alles nur noch schlimmer. Ich wimmere ein paar weitere Male. Mein Körper schreit um Hilfe. Die ersten Tränen kullern über meine Wangen. Ich vergrabe mein Gesicht in meinen Händen. Doch sie wissen genau was jetzt gerade passiert. Seit so langer Zeit habe ich ihnen keine Gefühle mehr gezeigt. Jetzt ist es so weit. Und ich weine wegen dieser einen verdammten Person. Fi. Warum tut er das ich versteh es nicht. Ich will es verstehen. Ich will ihn lesen können. Aber das ist unmöglich. Er ist so verschlossen. Ein Rätsel. Ein gottverdammtes Rätsel. Mittlerweile sitzt eine von den beiden neben mir. "Komm mal her". Sie nimmt mit fest in die Arme. Ich zucke zusammen. Es bannt sich ein Ausbruch an. Nein! Lass mich los. Sofort! Ich muss hier weg. Will aufstehen und gehen. Doch Ich werde bereits von einem Heulanfall durchschüttelt. Vor ihnen. Vor dem Feind. Dem Mensch. Es ist das Schlimmste passiert, was hätte passieren können. Ich muss jetzt ganz stark sein und den Fehler wieder gut machen. Ich muss ihnen beweisen, dass alles in Ordnung ist. Es stellt sich nur die Frage, wie. Und anstatt zu überlegen und zu planen, sitze ich jetzt hier und betrinke mich. Will nichts spüren wenigstens heute Nacht nicht. Morgen werde ich mir etwas einfallen lassen. Ich werd das schon alles wieder in den Griff bekommen. Lasst mir nur noch diese Nacht, bitte.

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