Ich laufe gerade verwirrt in meinem Zimmer herum als die Tür sich einen Spalt öffnet. Ich zucke zusammen. "Kommst du essen?". Mum. Sie steckte den Kopf durch den Türspalt und sieht mich erwartungsvoll an. Unwillkürlich verstecke ich meine Hand hinter meinen Rücken. Zu groß die Gefahr, dass sie trotz Verband etwas von den gerade eben neu entstandenen Wunden mitkriegen könnte. Ich lächle nur und krame schnell in einem Klamottenhaufen herum als hätte ich die ganze Zeit nichts anderes getan. "Nein, danke" antworte ich nur knapp. Pause. Ich ahne schon was jetzt kommt. Sie tritt einen Schritt näher an mich heran. "Du isst in letzter Zeit wieder sehr wenig.". "Ich habe auch wenig Hunger im Moment". Ich wage es nicht ihr in die Augen zusehen. Ich weiß was ich daran finden werde. Sorge. Sie macht sich immer sorgen. Den ganzen Tag. Obwohl sie keinen Grund hat sich welche zu machen. "Bist du sicher? Auf was hast du Hunger? Sollen wir noch irgendwas machen?". Ich schüttele nur den Kopf. Nein. Das kann ich mir nicht leisten. Nicht heute. Nicht in nächster Zeit. "Nein ich habe wirklich keinen Hunger". Sie geht wieder einen Schritt zurück. Ich höre sie leise seufzen. "Iss aber später noch was, ja?" Ich stimme zu. Natürlich werde ich nichts essen. Das Hungergefühl ist da. Es bestärkt mich. Ich habe Kontrolle. Nur das zählt. Ich zieh das jetzt durch. Mit allen Mitteln. Ich werde dünn. Wie früher. Und dann wird endlich alles wieder gut.

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