Zu den Tagen bei Dad gibt es nicht besonders viel zu sagen. Zumindest nicht viel gutes. Kaum etwas. Schlechtes gibt es. Davon gibt es eine Menge. Meine Oma. Gott mache ich mir Sorgen um sie. Sie hat mich an einem Tag mehr als 7 mal das selbe gefragt. Sie hat für jede Person gleich drei Teller geholt. Sie ist völlig neben sich. In so kurzer Zeit ist sie so alt geworden. Noch vor ein paar Monaten ist noch kaum so etwas vorgekommen. Schließlich wollte sie in den Keller um noch mehr Kuchen zu holen. Es stand schon mehr als genug auf dem Tisch. Sie ist auf der Treppe gefallen. Sie hat erzählt, ihre Knie hätten einfach nachgegeben. Ihr sei Schwarz vor den Augen geworden. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre wenn sie die Treppe runtergefallen wäre. Mit Opa geht es ähnlich. Auch er wird alt. Allerdings lässt er sich das nicht so anmerken wie Oma. Ich habe Angst um die beiden. Große Angst. Als wäre das nicht genug ist auch noch Daddys neue Freundin krank geworden. Wir mussten sie ins Krankenhaus bringen. Ich musste mit mir kämpfen bevor ich mich ins Krankenhaus getraut habe. Nach ihrer Aufnahme habe ich mich von der Ärztin mehr als beobachtet gefühlt. Ich wich ihren Blicken aus. Mit dem Gefühl sie könnte mir ansehen was ich allen verheimliche verließ ich hektisch das Zimmer als es soweit war. Dads Freundin, die ich eigentlich sehr gut leiden konnte umarmte mich zum Abschied. Ziemlich lang. Unerträglich lang. Ihre Nähe schmerzte. Genau wie die Nähe von irgendjemand anderem es auch tun würde. Zu viele Berührungen. Zu viel Nähe. Ich war erleichtert wie nie als ich das Krankenhaus mit Daddy endlich hinter mir lassen konnte. Ich hasse Krankenhäuser. Etwas anderes gibt es zu diesen Tagen eigentlich nicht zusagen. Und ehrlich gesagt möchte ich auch gar nicht mehr darüber sprechen. Oder denken. S. hatte ich natürlich nicht einfach ignoriert nach der Sache. Nein. Ich ließ mich weiterhin benutzen. Sie hat sich meinen Ausweis ausgeliehen. Ohne den würde sich in den Club nicht reinkommen. Als sie mich fragte, wieso ich denn nicht mitkommen wollte antworte ich nur kurz und knapp. Ich sagte ihr, dass es mir nicht gut ginge. Ich hätte mich übergeben müssen. So gelogen war das gar nicht. Ich hab mich übergeben. Allerdings absichtlich. Ja. Ich habe etwas gegessen und mich wieder schlecht gefühlt. Ich schlucke die Panik runter. Denn mir wird klar, dass es schon fast zu Gewohnheit geworden ist. S. ist noch etwas bei mir geblieben. Wir haben uns etwas unterhalten. Doch dann hat sie mit ihren Freund telefoniert. Klar, schließlich sind sie zwanzig Meter voneinander entfernt und das nun schon fast zwanzig Minuten lang. Nach einer Weile laufe ich ein Stück mit ihr. Sie will nach Hause und ich will mich mit der Clique treffen. Ablenkung. Bei ihr angekommen will ich mich von ihr verabschieden doch sie bittet mich noch mit zur Tür zu kommen. "Du sollst ihm sagen ob es gut aussieht was er heute Abend anziehen will". Mit offenem Mund habe ich sie angestarrt. Zuerst dachte ich das wäre nur ein Scherz. Doch sie meinte es wirklich Ernst. Ich grinse sie an. "Sag ihm es sieht scheiße aus. Wie immer. Darf ich jetzt gehen?" Sie sieht mich nur finster an. "Leni bitte, jetzt sei doch mal Vernünftig". Was erwartet sie von mir? Ich hasse diesen Menschen. Sie zieht mich an der Hand zur Tür. Er öffnet sie. Direkt sage ich kühl "Nein, sieht es nicht. Viel Spaß euch" und will gehen. Er hat doch wohl nicht wirklich eine richtige Antwort von mir erwartet. Ich dürfte ihm mehr als deutlich gezeigt haben, dass er mir mehr als egal ist. Seit sie ihn kennen gelernt hat. Wieso sollte ich ihm meine Meinung über sein Outfit sagen? Gerade will ich mich umdrehen und gehen als ich seine Stimme höre. "Geht es dir besser, Leni?". Entsetzt drehe ich mich wieder zu ihm um. Er sieht mich durchdringlich an. Ich weiche seinem Blick aus. Mir stockt der Atem. Was verdammt geht es ihn an wie es mir geht? Wieso wagt er es sich überhaupt mit mir zu reden? Wieder bekomme ich dieses Gefühl, man würde mir etwas ansehen. Verschränke schützend die Arme vor der Brust. "Mir geht es gut". Wage es nicht einen der Beiden anzusehen. "Soll ich dir einen Tee machen?". Oh jetzt geht er aber einen entscheidenen Schritt zu weit. Ich überlege einen Moment ob er sich bei mir einschleimen will oder ob er mich einfach provoziert und sich dabei über meine Reaktionen amüsiert. "Ich komme klar" gebe ich patzig zurück. Dabei gehe ich ein paar Schritte rückwärts. Bereit davon zulaufen. Weg von hier. Er sieht mich ungläubig an. Was will er? Ich flüchte noch ein paar Schritte rückwärts und stoße unglücklicherweise gegen eine Bank. "Gehts dir wirklich gut?". Er grinst leicht. Mieses, verlogenes Arschloch. "Schatz, lass sie, du siehst doch das es ihr schlecht geht" S. mustert mich besorgt. "Mir. geht. es. gut." Ich betone jedes einzelne Wort deutlich und laufe davon..Samstag, 29. Dezember 2012
Run away
Zu den Tagen bei Dad gibt es nicht besonders viel zu sagen. Zumindest nicht viel gutes. Kaum etwas. Schlechtes gibt es. Davon gibt es eine Menge. Meine Oma. Gott mache ich mir Sorgen um sie. Sie hat mich an einem Tag mehr als 7 mal das selbe gefragt. Sie hat für jede Person gleich drei Teller geholt. Sie ist völlig neben sich. In so kurzer Zeit ist sie so alt geworden. Noch vor ein paar Monaten ist noch kaum so etwas vorgekommen. Schließlich wollte sie in den Keller um noch mehr Kuchen zu holen. Es stand schon mehr als genug auf dem Tisch. Sie ist auf der Treppe gefallen. Sie hat erzählt, ihre Knie hätten einfach nachgegeben. Ihr sei Schwarz vor den Augen geworden. Ich will mir nicht vorstellen, was passiert wäre wenn sie die Treppe runtergefallen wäre. Mit Opa geht es ähnlich. Auch er wird alt. Allerdings lässt er sich das nicht so anmerken wie Oma. Ich habe Angst um die beiden. Große Angst. Als wäre das nicht genug ist auch noch Daddys neue Freundin krank geworden. Wir mussten sie ins Krankenhaus bringen. Ich musste mit mir kämpfen bevor ich mich ins Krankenhaus getraut habe. Nach ihrer Aufnahme habe ich mich von der Ärztin mehr als beobachtet gefühlt. Ich wich ihren Blicken aus. Mit dem Gefühl sie könnte mir ansehen was ich allen verheimliche verließ ich hektisch das Zimmer als es soweit war. Dads Freundin, die ich eigentlich sehr gut leiden konnte umarmte mich zum Abschied. Ziemlich lang. Unerträglich lang. Ihre Nähe schmerzte. Genau wie die Nähe von irgendjemand anderem es auch tun würde. Zu viele Berührungen. Zu viel Nähe. Ich war erleichtert wie nie als ich das Krankenhaus mit Daddy endlich hinter mir lassen konnte. Ich hasse Krankenhäuser. Etwas anderes gibt es zu diesen Tagen eigentlich nicht zusagen. Und ehrlich gesagt möchte ich auch gar nicht mehr darüber sprechen. Oder denken. S. hatte ich natürlich nicht einfach ignoriert nach der Sache. Nein. Ich ließ mich weiterhin benutzen. Sie hat sich meinen Ausweis ausgeliehen. Ohne den würde sich in den Club nicht reinkommen. Als sie mich fragte, wieso ich denn nicht mitkommen wollte antworte ich nur kurz und knapp. Ich sagte ihr, dass es mir nicht gut ginge. Ich hätte mich übergeben müssen. So gelogen war das gar nicht. Ich hab mich übergeben. Allerdings absichtlich. Ja. Ich habe etwas gegessen und mich wieder schlecht gefühlt. Ich schlucke die Panik runter. Denn mir wird klar, dass es schon fast zu Gewohnheit geworden ist. S. ist noch etwas bei mir geblieben. Wir haben uns etwas unterhalten. Doch dann hat sie mit ihren Freund telefoniert. Klar, schließlich sind sie zwanzig Meter voneinander entfernt und das nun schon fast zwanzig Minuten lang. Nach einer Weile laufe ich ein Stück mit ihr. Sie will nach Hause und ich will mich mit der Clique treffen. Ablenkung. Bei ihr angekommen will ich mich von ihr verabschieden doch sie bittet mich noch mit zur Tür zu kommen. "Du sollst ihm sagen ob es gut aussieht was er heute Abend anziehen will". Mit offenem Mund habe ich sie angestarrt. Zuerst dachte ich das wäre nur ein Scherz. Doch sie meinte es wirklich Ernst. Ich grinse sie an. "Sag ihm es sieht scheiße aus. Wie immer. Darf ich jetzt gehen?" Sie sieht mich nur finster an. "Leni bitte, jetzt sei doch mal Vernünftig". Was erwartet sie von mir? Ich hasse diesen Menschen. Sie zieht mich an der Hand zur Tür. Er öffnet sie. Direkt sage ich kühl "Nein, sieht es nicht. Viel Spaß euch" und will gehen. Er hat doch wohl nicht wirklich eine richtige Antwort von mir erwartet. Ich dürfte ihm mehr als deutlich gezeigt haben, dass er mir mehr als egal ist. Seit sie ihn kennen gelernt hat. Wieso sollte ich ihm meine Meinung über sein Outfit sagen? Gerade will ich mich umdrehen und gehen als ich seine Stimme höre. "Geht es dir besser, Leni?". Entsetzt drehe ich mich wieder zu ihm um. Er sieht mich durchdringlich an. Ich weiche seinem Blick aus. Mir stockt der Atem. Was verdammt geht es ihn an wie es mir geht? Wieso wagt er es sich überhaupt mit mir zu reden? Wieder bekomme ich dieses Gefühl, man würde mir etwas ansehen. Verschränke schützend die Arme vor der Brust. "Mir geht es gut". Wage es nicht einen der Beiden anzusehen. "Soll ich dir einen Tee machen?". Oh jetzt geht er aber einen entscheidenen Schritt zu weit. Ich überlege einen Moment ob er sich bei mir einschleimen will oder ob er mich einfach provoziert und sich dabei über meine Reaktionen amüsiert. "Ich komme klar" gebe ich patzig zurück. Dabei gehe ich ein paar Schritte rückwärts. Bereit davon zulaufen. Weg von hier. Er sieht mich ungläubig an. Was will er? Ich flüchte noch ein paar Schritte rückwärts und stoße unglücklicherweise gegen eine Bank. "Gehts dir wirklich gut?". Er grinst leicht. Mieses, verlogenes Arschloch. "Schatz, lass sie, du siehst doch das es ihr schlecht geht" S. mustert mich besorgt. "Mir. geht. es. gut." Ich betone jedes einzelne Wort deutlich und laufe davon..
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