Samstag, 28. September 2013

Irgendwie

"Was ist das denn da an deinem Bauch?" Mama.
-Das meinst du?
"Ja, was ist da passiert'?"
Sag ich ihr jetzt die Wahrheit?
-Ich hab mich geschnitten
"An was?"
Mit einer Klinge, weil ich wütend auf diesen dicken Bauch war. Deshalb hab ich auf ihn eingeschnitten. Nein, eine Lüge muss her.
-Ich weiß nicht mehr genau. Das muss irgendwie im Urlaub passiert sein.
"Wie kann man sich denn am Bauch versehentlich schneiden?"
-Ich kann alles, Mum
Wir lachen.

Alle gehen.
Mein Spiel ist fast vorbei. Doch den letzten Zug mache ich.
Dann wirst auch du verstehen was ich mit dir gemacht habe. Schön, dass auch du verstanden hast, wer ich bin.
Das du mir helfen könntest, hättest du vorher nicht sagen brauchen.
Verstehst du jetzt wieso ich dir nie geglaubt habe? Weil es eine daher gesagte Lüge war.
Und weil es unmöglich ist.
Jetzt brauch ich einen neuen Spielgefährten. Ich will mich nicht allein fühlen.
Brauche ein bisschen Nähe. Nur ein bisschen.
Aber diesmal werde ich wieder mehr darauf achten, das sie nicht so nah an mich rankommen. Das mit dir war schon zu viel.
Ich bin selbst Schuld, dass es jetzt wehtut. Das warst zu lange du. Zu viel.
Morgen ist es soweit. Morgen bin ich an der Reihe meinen letzten Zug zugehen.
Doch deine Gleichgültigkeit macht mich krank, merkst du was?
Schon wieder der Beweis. Es war zu lang.
Mein Körper spielt auch irgendwie verrückt.
Ich ess auch irgendwie wieder viel zu viel.
Und irgendwie hab ich auch gar keine Lust mehr.
Vielleicht passiert bald ein Unfall. Irgendwie.

"Ich werde alles tun um dir helfen zu können. Ich schaff das schon irgendwie. Wir kriegen das wieder hin"
-Nein.
Sie lächelt.
"Doch, wir schaffen das zusammen. Ganz bestimmt. Glaubst du nicht?"
Er sieht sie verwirrt an.
-Du wirst gehen
Sie lächelt immer noch. Traurig.
"Was? Nein! Wieso glaubst du das?"
-Jeder, der sagt er würde mir helfen können wird früher oder später merken, dass das nicht möglich ist und dann gehen. Und irgendwie hab ich gehofft, du würdest das niemals sagen, denn eigentlich wollte ich dich nicht verlieren.
Eine Träne huscht über ihre Wange. Sie lächelt. Traurig. Falsch.


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